Geburtstag mal anderst

Feierlich legt er das Päckchen vor mich hin. Er sieht mich erwartungsvoll an, mit einem Lachen in den Augen. Ich öffne das Päckchen. Auf einem dunkelblauen Seidentuch liegt ein goldener Ring, der von einer Kugel verschlossen wird. An der Kugel baumelt ein Tropfen.

„Alle Gute zum Geburtstag!“ sagt er.

Ich hole den Ring heraus. Für einen Ohrring ist er zu dick. Für einen Bauchnabel- oder Nasenring ist er zu klein. Ich nehme das Tuch aus der Schachtel, vielleicht verbergen sich dort weitere Hinweise, was es mit dem einzelnen Ring auf sich haben könnte.

Unter dem Tuch liegt eine silberne Zange. Und eine Kanüle. Mir wird mulmig. Will er das wirklich durchziehen? Kann er das?

Ich habe einen Bauchnabelring und einen Nasenring, ich habe schon gesehen, wie man Piercings macht. Aber selbst eines zu machen, das würde ich mir nicht zutrauen.

Er schaut mich ruhig an: „Vertrau mir.“

Er nimmt das Tuch und bindet es mir über die Augen. Er streift mir das Kleid über den Kopf und das Höschen über die Hüften. Er führt mich zum Bett.

Ich weiß nicht, was ich tun soll, willenlos zu sein, liegt mir nicht.

„Vertrau mir,“ sagt er noch einmal.

Ich habe keine Ahnung, was er vorhat und ob er das kann, aber ich beschließe zu tun, was er sagt.

Er legt mich aufs Bett. Ich halte mich an der Bettlehne fest. Ich rieche das Desinfektionsmittel. Kalt fühlt es sich an. Am Ohr. Dann auf der Brust. Am Bauchnabel. An der Muschi.

Er hat doch nur einen Ring und eine Kanüle, denke ich. Da beginnt er mich zu küssen.

„Halt dich fest,“ sagt er.

Ich küsse ihn und klammere mich an das Bett. Er küsst meinen Hals, liebkost meine Brust. Beißt hinein. Ich entspanne mich. Vergesse fast, was kommen wird. Lasse ihn machen. In der Dunkelheit des Seidentuchs spüre ich meinen Körper viel intensiver. In der Erwartung des Stiches noch mehr.

Er arbeitet sich zu meiner Muschi hinunter. Ich ahne langsam, was kommen wird. Ich habe aber keine Angst mehr davor. Er dringt in mich ein. Er vögelt mich. Als er spürt, wie ich komme, zieht er zurück.

Erschöpft liege ich da. Spüre, wie er meine Muschi desinfiziert. Kalt und feucht. Höre das Knacken des Plastiks, als er die Kanüle öffnet. Fühle die Stille seiner Konzentration. Höre seinen Atem. Spüre die Zange. Kalt und hart. Sie hält mich fest. Ich versuche, zu ergründen, an welcher Stelle genau. Es gelingt mir nicht.

Ich spüre den Stich. Haarfein. Ich spüre, wie er die Kanüle herauszieht. Ich höre das Geräusch des Ringes, den er aus dem Desinfektionsmittelbad nimmt. Ich merke, wie er eine Pause macht, um herauszufinden, was jetzt zu tun ist. Dann atmet er durch und fädelt den Ring ein, setzt die Kugel ein. Er küsst mich auf den Schmuck. Ich spüre, wie stolz er ist, das durchgezogen zu haben.

Er zieht mir das Tuch von den Augen. Ganz benommen setze ich mich auf und schaue zwischen meine Beine. Da baumelt ein glitzernder Tropfen an einem Ring. Es sieht wunderschön aus.

Ich habe vorher noch nie nachgedacht, ob ich ein Intimpiercing möchte. Ich bin froh, dass er sich das ausgedacht hat.

Published by Sarah1981
9 years ago
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